Direkte Antwort

Für einen einzelnen Punkt gilt näherungsweise: Seitlicher Versatz gleich Höhenunterschied geteilt durch den Tangens der Sonnenhöhe. Bei 30 Grad Sonnenhöhe und 2,2 Metern Höhenunterschied liegt die Projektion rund 3,8 Meter seitlich. Ein komplettes Schirmdach muss jedoch über alle Kantenpunkte und für mehrere Uhrzeiten betrachtet werden.

Die Grundformel für einen Schattenpunkt

Die Sonnenhöhe ist der Winkel zwischen Horizont und Sonne. Je kleiner dieser Winkel ist, desto weiter liegt die Projektion eines erhöhten Punktes entfernt. Für eine ebene Zielfläche lässt sich der horizontale Versatz mit Höhenunterschied geteilt durch Tangens der Sonnenhöhe abschätzen.

Die Richtung ergibt sich aus dem Sonnenazimut. Der Schatten zeigt auf der horizontalen Fläche genau in die entgegengesetzte Richtung zur Sonne. Für eine Position auf dem Lageplan werden deshalb Winkel und Richtung gemeinsam benötigt.

Warum ein Sonnenschirm mehr als einen Punkt hat

Eine rechteckige, quadratische oder runde Bespannung besitzt viele Randpunkte in unterschiedlicher Lage. Jeder Punkt wird entlang derselben Sonnenrichtung auf die Zielfläche projiziert. Aus allen Projektionen entsteht die tatsächliche Schattenkontur.

Neigung, Volant, unterschiedliche Kantenhöhen, Gebäude und unebene Flächen verändern das Ergebnis. Die einfache Formel erklärt den Versatz, ersetzt aber keine vollständige geometrische Betrachtung einer komplexen Fläche.

Mit dem wichtigen Nutzungsfenster rechnen

Bestimmen Sie Ort, Datum und die tatsächlich relevanten Uhrzeiten. Für ein Mittagsgeschäft können 12, 13:30 und 15 Uhr genügen, während ein Abendbetrieb andere Zeitpunkte braucht. Die Sonnenposition ändert sich außerdem im Jahresverlauf.

Zeichnen Sie Zielplätze, Mastposition und Schirmkontur maßstäblich ein. Prüfen Sie danach, ob alle wichtigen Sitzplätze während des definierten Zeitfensters ausreichend innerhalb der projizierten Kontur liegen.

Praxisbeispiel

Ein Punkt der Schirmkante liegt 2,2 Meter über der Terrasse. Bei 30 Grad Sonnenhöhe ergibt 2,2 geteilt durch tan 30 Grad einen Versatz von rund 3,8 Metern. Das beschreibt nur diesen Punkt. Erst die Projektion aller relevanten Kanten zeigt, wie groß und wo die gesamte Schattenfläche liegt.

Typische Fehler

  • Sonnenhöhe mit Sonnenazimut verwechseln
  • Nur den Mittelpunkt des Schirms berechnen
  • Schirmhöhe nicht auf die Zielfläche beziehen
  • Nur einen Zeitpunkt betrachten
  • Gebäudeschatten und Geländehöhen vergessen
  • Das Ergebnis ohne maßstäblichen Lageplan verwenden

Kompakte Prüfliste

Vor der Entscheidung prüfen

  • Ort
  • Datum
  • Nutzungszeiten
  • Sonnenhöhe
  • Sonnenazimut
  • Höhenunterschied
  • Schirmkontur
  • Mastposition
  • Zielplätze
  • Gebäudeschatten

Häufige Fragen

Welche Formel gilt für die Schattenlänge?

Für einen Punkt über einer ebenen Fläche gilt näherungsweise: Höhenunterschied geteilt durch den Tangens der Sonnenhöhe. Bei einer ausgedehnten Schirmfläche müssen mehrere Punkte projiziert werden.

Woher bekomme ich die Sonnenhöhe?

Sie hängt von Ort, Datum und Uhrzeit ab. Verwendbar sind seriöse Sonnenstandsrechner, die Sonnenhöhe und Azimut für den konkreten Standort ausgeben.

Kann ich damit die benötigte Schirmgröße bestimmen?

Die Berechnung hilft, den Versatz zu verstehen. Zusätzlich zählen Schirmform, Mastposition, Zielplätze, Laufwege, Wind, Befestigung und die mögliche Anordnung mehrerer Schirme.

Quellen und Vertiefung

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