Direkte Antwort
Die passende Sonnenschirmgröße ist nicht identisch mit der Terrassengröße. Entscheidend ist, welche Plätze zu welcher Uhrzeit Schatten brauchen und wohin der Schatten durch den Sonnenstand versetzt wird.
Allgemeine Planung und Einordnung vor einer Produktentscheidung.
Keine Freigabe für ein konkretes Produkt oder eine konkrete Einbausituation.
Eigene Maße im passenden Werkzeug prüfen und offene Punkte notieren.
Zuerst die Zielzone messen
Beginnen Sie mit den Plätzen, die Schatten brauchen. Für einen Esstisch sind das nicht nur Tischkante und Geschirr, sondern auch die besetzten Stühle. Messen Sie eine tatsächliche Sitzsituation aus. Ein geschlossener, unter den Tisch geschobener Stuhl beschreibt den Flächenbedarf während der Nutzung schlecht.
Als Rechenbeispiel nehmen wir einen Tisch von 2 × 1 m. Eine frei gewählte Reserve von 0,75 m auf jeder Seite ergibt eine Zielzone von 3,5 × 2,5 m. Ihre Fläche beträgt 8,75 m². Diese Reserve ist ein geometrischer Ansatz für das Beispiel, keine allgemeine Empfehlung für Verkehrswege, Barrierefreiheit oder jede Möblierung.
Ein Dach von 3 × 3 m hat 9 m² und damit rechnerisch mehr Fläche als die Zielzone. Trotzdem deckt es das 3,5 m breite Zielrechteck bei gleicher Orientierung nicht vollständig ab. Bereits die Seitenlängen zeigen, weshalb der reine Vergleich von Quadratmetern zu kurz greift.
Den seitlichen Schattenversatz ausrechnen
Für ein waagerechtes, idealisiertes Dach kann der horizontale Versatz mit d = h / tan(α) abgeschätzt werden. α ist die Sonnenhöhe über dem Horizont; h ist die Höhendifferenz zwischen Dach und betrachteter Fläche. Die Formel beschreibt eine geometrische Projektion bei parallelen Sonnenstrahlen. Sie berücksichtigt weder Dachwölbung noch Lichtdurchlässigkeit, Streulicht oder konkrete UV Schutzwerte.
Unser Dach liegt 2,5 m über dem Boden. Bei 45° Sonnenhöhe gilt tan(45°) = 1. Der Bodenschatten ist deshalb 2,5 m verschoben. Bei 30° ergibt sich 2,5 / tan(30°), also rund 4,33 m. Die Verschiebung erfolgt von der Sonne weg. Ihre Richtung muss deshalb zusammen mit der Höhe betrachtet werden.
Für eine Tischplatte auf 0,75 m Höhe beträgt die Höhendifferenz 2,5 − 0,75 = 1,75 m. Damit entstehen rund 1,75 m Versatz bei 45° und 3,03 m bei 30°. Ein Bild des Bodenschattens allein zeigt deshalb nicht exakt, welcher Teil einer erhöhten Tischfläche beschattet wird.
Größeres Dach und bessere Position getrennt vergleichen
Ein Dach von 3 × 4 m bietet 12 m² statt 9 m². Wird ausschließlich die Größe geändert, bleiben Höhe, Sonnenwinkel und damit der Versatz im vereinfachten Modell gleich. Die zusätzliche Fläche kann die Zielzone erreichen, sie behebt aber nicht automatisch einen ungünstigen Maststandort.
Prüfen Sie daher zuerst, in welcher Richtung die Schattenzone fehlt. Verschieben Sie den Schirm im Grundriss, soweit Befestigung und Wege das zulassen. Vergleichen Sie danach unterschiedliche Dachmaße. Speichern Sie die Varianten mit derselben Uhrzeit, damit nicht gleichzeitig Größe, Position und Sonnenstand wechseln.
Bei einem Ampelschirm liegen Mast und Dachmitte auseinander. Planen Sie beide Positionen und den Schwenkbereich ein. Bei einem Mittelmastschirm muss der Mast zwischen Möbeln oder durch einen dafür geeigneten Tisch geführt werden können. Die passende Dachgröße ist nur ein Teil einer funktionierenden Aufstellung.
Mehrere Uhrzeiten und die spätere Jahreszeit betrachten
Notieren Sie ein wichtiges Zeitfenster, etwa 12 bis 16 Uhr, und kontrollieren Sie mindestens Anfang, Mitte und Ende. Wiederholen Sie den Vergleich für einen späteren Monat, wenn die Terrasse dann noch genutzt wird. Ein im Hochsommer passender Schatten kann im September deutlich weiter seitlich liegen.
Ortszeit und Sonnenstand sind nicht dasselbe. Verwenden Sie den tatsächlichen Ort, das Datum und die lokale Uhrzeit im Rechner. Die Nordrichtung muss zur Skizze passen. Gebäude und Bäume können zusätzlichen Schatten werfen; dafür müssen Lage und Höhe ausreichend bekannt sein.
Bei tiefer Abendsonne ist eine seitliche Beschattung manchmal zielgerichteter als ein immer größeres waagerechtes Dach. Ob ein neigbarer Schirm oder ein Screen möglich ist, hängt vom konkreten System, der Aufstellung und den freigegebenen Nutzungsbedingungen ab.
Die gewählte Größe am tatsächlichen Standort prüfen
Übertragen Sie Mastposition und Dachkanten mit Maßband auf die Terrasse. Kontrollieren Sie die vollständige Standfläche, geöffnete Türen, die Bedienposition und den geschlossenen Zustand. Ein Schirm kann geöffnet über einen Tisch passen und beim Schließen mit dessen Kante kollidieren.
Vergrößern Sie einen vorhandenen Schirm nicht allein durch eine größere Bespannung. Dach, Gestell, Mechanik und Befestigung bilden ein produktspezifisches System. Lassen Sie passende Ausführung, Abstände und Befestigung für die endgültige Größe bestätigen. Der Schattenvergleich liefert die räumliche Anforderung, keine Aussage zur Standsicherheit.
Interaktiver Rechner
Terrasse mit Schatten und Kosten planen
Terrassenmaße, Tische, vorhandene Elemente und neue Sonnenschutzsysteme maßstäblich eintragen. Der Planer verbindet die Anordnung mit Sonnenstand, Schatten, einer Budgetorientierung mit gemeinsamer Euro Preisbasis, wählbarer Landessteuer und Währung und den technischen Punkten, die noch mit Hersteller oder Fachplanung geklärt werden müssen.
Vergleich auf einen Blick
| Sonnenhöhe | Versatz am Boden | Versatz auf Tischhöhe 0,75 m |
|---|---|---|
| 60° | 1,44 m | 1,01 m |
| 45° | 2,50 m | 1,75 m |
| 30° | 4,33 m | 3,03 m |
Planungsbeispiel mit Annahmen
Rechenbeispiel mit einem idealisierten waagerechten Dach auf 2,5 m Höhe. Die Tabelle verwendet dieselbe Dachhöhe für alle drei Sonnenstände. Sie beschreibt nur den horizontalen Versatz. Reale Dachkonturen und Hindernisse werden für eine konkrete Planung zusätzlich benötigt; die Werte sind keine Aussage zur UV Schutzwirkung.
Typische Fehler
- Terrassenfläche gleich Schirmfläche setzen
- Volant und Schirmform ignorieren
- Mast und Fuß aus der Planung ausblenden
- Nur einen Sonnenzeitpunkt betrachten
- Schirmkanten ohne Abstand anordnen
Kompakte Prüfliste
Vor der Entscheidung prüfen
- Zielplätze
- Tischmaße
- Nutzungszeiten
- Himmelsrichtung
- Schirmhöhe
- Mastposition
- Laufwege
- Randreserve
Häufige Fragen
Reicht ein Schirm mit vier Metern Seitenlänge für 16 Quadratmeter?
Nicht automatisch. Die Dachfläche beträgt rechnerisch 16 Quadratmeter, die nutzbare Schattenfläche liegt je nach Sonne versetzt.
Sind runde oder quadratische Schirme effizienter?
Quadratische Flächen lassen sich häufig dichter kombinieren. Runde Schirme können gestalterisch und bei einzelnen Tischgruppen sinnvoll sein.
Wie viel Überstand brauche ich?
Dafür gibt es keinen pauschalen Wert. Uhrzeit, Höhe, Möblierung und gewünschte Reserve bestimmen den sinnvollen Überstand.
Quellen und Vertiefung
- Solar Calculation Details: Grundlagen und Grenzen der SonnenberechnungNOAA Global Monitoring Laboratory
