Unterer Modellfall
Geringere, aber noch relevante Windkraftbeiwerte für ein vergleichsweise günstig angeströmtes Dach.
Transparenz zum Orientierungsrechner
Hier ist vollständig offengelegt, welche Eingaben verwendet werden, wie Windkräfte entstehen, wie Kippen und Rutschen geprüft werden und warum die ausgegebene Plattenfläche kein Sicherheitsnachweis ist.
Der Rechner ist weder eine Bemessung nach Eurocode noch eine Freigabe für den Betrieb bei einer bestimmten Windgeschwindigkeit. Gibt es keine belastbaren Angaben zum konkreten Schirm, darf das Ergebnis diese Lücke nicht ersetzen.
Korrektur der Rechenlogik
Die frühere Fassung vergrößerte einen einzelnen Rechenwert pauschal. Die aktuelle Logik berechnet stattdessen einen unteren und einen oberen aerodynamischen Modellfall vollständig. Für jeden Fall werden Kippen und Rutschen getrennt geprüft. Der jeweils höhere Massenbedarf ist maßgebend.
Geringere, aber noch relevante Windkraftbeiwerte für ein vergleichsweise günstig angeströmtes Dach.
Höhere Windkraftbeiwerte für eine ungünstigere Dachform, Anströmung oder teilweise blockierte Unterseite.
Verglichen werden der gerundete untere Modellfall, der gerundete obere Modellfall und eine eingegebene Herstelleranforderung. Angezeigt wird der höchste Wert.
Eingaben und feste Werte
Alle internen Zuordnungen sind hier mit Zahlen genannt. Der Nutzer muss sie im einfachen Assistenten nicht selbst berechnen.
Rund: π × d² ÷ 4. Quadratisch: a². Rechteckig: Breite × Tiefe.
Bei einem Rechteck wird die längere Dachseite verwendet. Dadurch wird für die Lage der Windkraft die ungünstigere Richtung betrachtet.
Geschützt: 15 km/h. Teilweise offen: 20 km/h. Sehr offen: 25 km/h. Diese Werte sind reine Rechengrößen und keine zulässigen Windgrenzen.
Kompakt: 0,25 m. Normal: 0,40 m. Breit: 0,55 m. Gemeint ist der Abstand von der angenommenen Lastmitte bis zur Kippkante.
Griffig: 0,50. Normal: 0,35. Glatt oder feucht: 0,20. Rollen, Gefälle und unbekannte Kontaktflächen sind damit nicht zuverlässig erfasst.
Sie wird nur angerechnet, wenn sie sicher mit dem Standfuß verbunden ist und beim Kippen oder Rutschen tatsächlich gemeinsam wirkt.
Rechnung Schritt für Schritt
Die Formeln folgen dem Kräftegleichgewicht. Sie werden nicht als vollständiger normativer Nachweis ausgegeben, weil Windzone, Geländekategorie, reale Dachform, dynamisches Verhalten und konstruktive Details fehlen.
q = 0,5 × ρ × v²v wird zuerst von km/h in m/s umgerechnet. Weil v quadriert wird, verdoppelt eine doppelte Windgeschwindigkeit die Last nicht, sondern vervierfacht sie.
Fh = q × A × chFu = q × A × cuUnterer Fall: ch = 0,25 und cu = 0,60. Oberer Fall: ch = 0,60 und cu = 1,40. Die Spanne bildet die starke Abhängigkeit von Dachform, Neigung, Unterseitenblockade und Windrichtung vereinfacht ab.
Mittelmast: e = d ÷ 4Seitlicher Mast: e = 3 × d ÷ 4Für den Mittelmast wird die mögliche Verschiebung des Kraftangriffspunkts gegenüber der Dachmitte berücksichtigt. Beim seitlichen Mast wird für die ungünstige Richtung angenommen, dass der Mast am Dachrand liegt. Steht der Mast noch weiter außerhalb, unterschätzt das Modell den tatsächlichen Hebelarm.
Mw = Fh × h + Fu × eDie horizontale Kraft greift in 2,20 m Höhe an. Der Auftrieb erzeugt zusätzlich ein Moment über seinen horizontalen Abstand e.
mKipp = γQ × Mw ÷ (γG × g × r)Ein breiterer, vollständig verbundener Standfuß erhöht r und damit das stabilisierende Moment. Lose Platten außerhalb des Halters vergrößern r nicht automatisch.
mRutsch = γQ ÷ (γG × g) × (Fh ÷ μ + Fu)Auftrieb entlastet den Standfuß und vermindert dadurch die nutzbare Reibung. Ein glatter oder feuchter Boden führt deshalb zu einer höheren Anforderung.
mModell = max(mKipp, mRutsch)mOrientierung = max(mUnter, mOber, mHersteller)Der Gesamtwert wird je Modellfall auf die nächsten 10 kg aufgerundet. Anschließend wird eine eingegebene schriftliche Herstelleranforderung verglichen. Erst danach wird sicher verbundenes vorhandenes Gewicht abgezogen und der zusätzliche Bedarf auf die nächsten 5 kg aufgerundet.
Warum diese Windbeiwerte
Für Sonnenschirme gibt es keinen universellen Kraftbeiwert. Messungen an freistehenden Dächern und Membranen zeigen, dass Oberseite, Unterseite, Neigung, Wölbung, Öffnungen, Blockade und Windwinkel die Druckverteilung deutlich verändern.
Vergleichsweise günstige Anströmung und geringere resultierende Auftriebskraft.
Ungünstigere Anströmung, Dachneigung oder teilweise blockierte Unterseite.
Diese Werte sind keine aus einer Produktprüfung übernommenen Kennwerte. Sie bilden eine nachvollziehbare Hülle für eine grobe Orientierung. Ein echter Nachweis benötigt Windkanaldaten oder geprüfte Kennwerte des konkreten Schirms.
Beschwerungsfläche richtig verstehen
Für die Standsicherheit zählt das stabilisierende Moment aus wirksamer Masse und wirksamem Hebelarm. Eine große Fläche mit leichten oder losen Platten kann schlechter wirken als eine kleinere, schwere und konstruktiv gehaltene Lösung.
n = aufrunden(zusätzliche Masse ÷ Elementgewicht)APlatten = n × Breite × TiefeDiese Fläche ist nur geometrischer Platzbedarf. Sie sagt nicht, ob die Platten in den Halter passen, gegen Abheben gesichert sind oder einen wirksamen Kipphebel bilden.
Vollständiges Rechenbeispiel
Beispielannahmen: teilweise offener Standort, normaler Untergrund, normal breiter Standfuß, 50 kg vorhandene Masse sowie Beispielplatten mit 25 kg und 50 × 50 cm.
DachflächeA = 3 × 3 = 9,00 m²
Vergleichsböe20 km/h = 5,56 m/s, daraus q = 19,29 N/m²
Krafthebele = 3 ÷ 4 = 0,75 m, h = 2,20 m, r = 0,40 m
Unterer FallFh = 43,40 N, Fu = 104,17 N, mKipp = 73,74 kg, mRutsch = 38,77 kg
Oberer FallFh = 104,17 N, Fu = 243,06 N, mKipp = 174,76 kg, mRutsch = 91,86 kg
Gerundeter Modellbereich80 bis 180 kg Gesamtgewicht
Nach 50 kg vorhandener Masse30 bis 130 kg zusätzlich
Beispielplatten2 bis 6 Stück, reine Plattenfläche 0,50 bis 1,50 m²
Nicht nachgewiesen
Schon einer dieser Punkte kann dafür sorgen, dass deutlich mehr Gewicht, eine andere Basis oder eine feste Verankerung erforderlich ist.
Festigkeit von Mast, Gestell, Schrauben, Haltern und Standfuß
Dynamische Böen, Schwingungen, Ermüdung und plötzlich wechselnde Windrichtung
Gebäudeumströmung, Dachkanten, Häuserschluchten, Küstenlagen und Geländeeinflüsse
Lokale Auflagerpressung, Tragfähigkeit, Gefälle und Zustand des Untergrunds
Fachgerechte Sicherung, Verankerung und Verschieben eines mobilen Systems
Regenlast, Wassersäcke, Schnee, Anprall oder eine unsachgemäße Nutzung
Quellen und fachlicher Hintergrund
Die Quellen erklären Winddruck, Kraftbeiwerte, Lastkombinationen, freie Dächer und die Abhängigkeit von Membranform und Windwinkel. Keine dieser Quellen liefert eine Freigabe für einen konkreten Sonnenschirm.
Windgeschwindigkeit, Geschwindigkeitsdruck, Windkräfte und freie Dächer.
NormenbezugDIN EN 1990Grundlagen der Tragwerksplanung und Teilsicherheitsbeiwerte für Gleichgewichtsnachweise.
FachhandbuchJRC Handbook 3Winddruck, Bezugsfläche, Kraftbeiwerte, Luftdichte und Lastkombinationen mit Beispielen.
WindkanalforschungWindlasten an freistehenden DächernExperimentelle Kräfte und Momente bei unterschiedlichen Dachformen, Neigungen und Blockaden.
MessdatensatzAerodynamik gekrümmter MembrandächerDruckmessungen an mehreren Membranformen einschließlich einer schirmartigen Geometrie und verschiedener Windwinkel.
Sichere Einordnung