Zurück zum Terrassenplaner →

Rechenweg und Grenzen

So kommt der Terrassenplaner zu seinen Ergebnissen.

Hier stehen die tatsächlich verwendeten Formeln. Sie können die Schritte selbst nachrechnen und sehen zugleich, was das Modell nicht wissen kann. Kein Ergebnis auf dieser Seite ist eine statische Prüfung, eine Windfreigabe oder eine Montagefreigabe.

01 · Geometrie

Grundfläche aus allen Eckpunkten

Ein Quadrat und ein Rechteck werden nicht nur optisch unterschieden. Hat ein rechtwinkliger Grundriss vier Eckpunkte und sind Breite und Tiefe bis auf 5 cm gleich, zeigt der Planer ihn als Quadrat. Bei 6 × 6 m entsteht deshalb eine quadratische Fläche von 36 m².

PolygonflächeA = ½ · |Σ(xᵢ · yᵢ₊₁ − xᵢ₊₁ · yᵢ)|

Das ist die Gaußsche Trapezformel. Der letzte Punkt wird wieder mit dem ersten verbunden. Sie funktioniert auch für L Formen, Trapeze und frei verschobene Eckpunkte.

Beispiel Quadrat

Eckpunkte: (0|0), (6|0), (6|6), (0|6). Die Summe ergibt 72. Nach Betrag und Halbierung gilt A = 36 m².

02 · Sonne und Nordrichtung

Der Sonnenstand kommt nicht aus einer Wettervorhersage

Ort, Datum und lokale Uhrzeit reichen aus, um den astronomischen Sonnenstand näherungsweise zu bestimmen. Der Planer verwendet eine kompakte Gleichungsfolge nach dem NOAA Rechenmodell. Die Ortsuche liefert nur Breite und Länge. Die Nordrichtung drehen Sie im Plan selbst.

Jahreswinkelγ = 2π / N · (n − 1 + (h − 12) / 24)
Zeitgleichung in MinutenE = 229,18 · (0,000075 + 0,001868 cos γ − 0,032077 sin γ − 0,014615 cos 2γ − 0,040849 sin 2γ)
Sonnendeklinationδ = 0,006918 − 0,399912 cos γ + 0,070257 sin γ − 0,006758 cos 2γ + 0,000907 sin 2γ − 0,002697 cos 3γ + 0,00148 sin 3γ
Wahre SonnenzeitT = Ortsminuten + E + 4 · Länge − 60 · Zeitzone
Stundenwinkelω = T / 4 − 180°
Sonnenhöheα = 90° − arccos(sin φ sin δ + cos φ cos δ cos ω) + Refraktion

N bezeichnet die Tage des Jahres, n den Tag im Jahr, h die Uhrzeit und φ den Breitengrad. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz wird die mitteleuropäische Zeit samt europäischer Sommerzeitregel verwendet. Die atmosphärische Refraktion ist nur eine Näherung, weil Luftdruck, Temperatur und Feuchte im Modell fehlen.

Schattenlänge und RichtungL = Höhe / tan(α)    Richtung = Sonnenazimut + 180°

Der einstellbare Nordwinkel dreht diesen Weltvektor in die Planansicht. Weil die Bildschirmachse nach unten läuft, wird auch dieses Vorzeichen bei der Abbildung berücksichtigt.

03 · Schattenanteil

Eine numerische Stichprobe statt einer scheinbar exakten Fläche

Das endgültige Ergebnis tastet die freie Terrassenfläche mit 48 Spalten und 40 Zeilen ab. Während ein Objekt oder Eckpunkt aktiv gezogen wird, zeigt eine schnelle Vorschau aus 16 Spalten und 12 Zeilen die Änderung ohne spürbare Blockade. Beim Loslassen wird automatisch wieder das vollständige Raster berechnet. Nur Punkte innerhalb des Polygons zählen. Für jeden Schattenkörper werden seine räumlichen Eckpunkte einzeln auf die Bodenebene projiziert. Zusätzlich werden Gebäude, Wände und Hecken entlang der eingetragenen Terrassenseiten mit ihrer gewählten Höhe als schattenwerfende Kanten berücksichtigt.

AnteilSchatten in Prozent = 100 · verschattete Prüfpunkte / alle Prüfpunkte in der Terrasse

Sitzmöbel werden mit 9 × 9 Punkten je Möbelstück geprüft und nach der Zahl ihrer Plätze gewichtet. Kleine Randänderungen können das gerundete Ergebnis um einzelne Prozentpunkte verändern.

Projektion jedes 3D PunktesP Schatten = P Grundriss + Richtungsvektor · Punkthöhe / tan(α)

Bei Schirmen werden Spitze, Dachrand und gegebenenfalls die Unterkante des Volants separat projiziert. Die äußere Schattenkontur entsteht aus der konvexen Hülle dieser Punkte. Dachwölbung, Neigung und Volant verändern den Schatten deshalb tatsächlich.

Viereckige Schirme bestehen im Modell aus acht Dachsegmenten, runde und ovale Schirme aus 24 Segmenten. Doppel und Vierfachschirme werden als zwei beziehungsweise vier getrennte Dächer gerechnet. Die Bespannungsfläche wird aus den geneigten Dreiecksflächen zwischen Spitze und Dachrand sowie den einzelnen Volantflächen berechnet und ist dadurch größer als die reine Grundrissfläche. Bei Segeln bilden Hoch und Tiefpunkte eine geneigte räumliche Fläche. Geöffnete Lamellen werden als getrennte, mit dem Winkel schmaler werdende Schattenstreifen angenähert. Stoffdurchhang, Falten, Nahtzug, Lamellenprofil, diffuse Himmelsstrahlung, Wolken, Baumdichte und Lichtreflexionen bleiben außerhalb des Modells. Das Ergebnis ist deshalb eine geometrisch verbesserte Planungsansicht und keine vollständige Besonnungsanalyse.

2D und 3D verwenden einen ZustandGrundriss + Höhen + Objekte + Norden + Sonnenstand = gemeinsame Szene

Die 3D Beleuchtung folgt demselben Sonnenazimut und derselben Sonnenhöhe wie die numerische Auswertung. Der Prozentwert wird dennoch aus den dokumentierten Prüfpunkten berechnet und nicht aus den Pixeln des 3D Bildes. Kamerawinkel, Darstellungsqualität oder ein schwächeres Gerät verändern das Ergebnis daher nicht.

SaisonansichtMonatswert = Mittelwert aller simulierten Sonnenzeitpunkte im Monat

Für jeden gewählten Monat werden der 1., 8., 15., 22. und, sofern vorhanden, 29. Tag verwendet. An jedem Referenztag prüft der Planer jede volle gewählte Nutzungsstunde. Sonnenhöhen bis 5° werden ausgelassen. Damit die Berechnung im Browser schnell bleibt, nutzt die Saisonansicht ein Raster mit 24 × 20 Punkten. Angezeigt werden der mittlere Schattenanteil und der Anteil der Sonnenstunden, in denen das selbst gewählte Schattensoll erreicht wird.

04 · Kostenrahmen im DACH Raum

Redaktionelle Basisspannen werden auf die gewählte Größe skaliert

Die Tabelle zeigt breite, redaktionell gepflegte Netto Basisspannen in Euro mit Stand August 2026. Deutschland, Österreich und die Schweiz verwenden dieselben Basisspannen. Die Länderauswahl verändert den regulären Steuersatz und bei der Schweiz zusätzlich die Währung. Sie bildet keine getrennt erhobenen lokalen Produktpreise oder Montagekosten ab. Insbesondere ist eine Umrechnung in CHF keine Erhebung des Schweizer Preisniveaus. Ein vorhandenes Element kostet im Ergebnis null. Bei neuen Elementen werden Produkt und Montage getrennt addiert.

Größenfaktorf = max(0,55; (A gewählt / A Basis)^0,78)

Rechteck: A = B · T. Rund oder elliptisch: A = π · B · T / 4. Dreieck: A = B · T / 2. Beim Trapez ist die obere Kante 72 Prozent der unteren Kante, daher gilt A = 0,86 · B · T.

MaterialfaktorProduktkorridor = Basiskorridor · Größenfaktor · Textilfaktor · Gestellfaktor

Die auswählbaren Textil und Gestellmaterialien verändern den redaktionellen Budgetkorridor mit kleinen transparenten Faktoren. Farbe selbst verändert den Preis nicht. Ein konkretes Gewebe, Profil, Druck, Zubehör oder Herstellerangebot kann deutlich abweichen.

SystemBasismaßProdukt nettoMontage netto
Mittelmastschirm3,0 × 3,0 m650 bis 2.600 €120 bis 650 €
Ampelschirm3,0 × 3,0 m900 bis 3.900 €180 bis 850 €
Großschirm4,0 × 4,0 m3.300 bis 12.500 €650 bis 3.200 €
Markise4,0 × 3,0 m2.400 bis 7.600 €850 bis 2.600 €
Pergola Markise4,0 × 3,5 m7.200 bis 18.500 €2.200 bis 6.800 €
Sonnensegel4,0 × 4,0 m900 bis 5.200 €850 bis 4.800 €
Lamellendach4,0 × 4,0 m12.500 bis 36.000 €3.800 bis 12.000 €

Bodenhülsen, Einbauanker, besondere Markisenmontage, Motor mit Windsensor, Pergolafundamente und Segelmasten erhöhen den Montage oder Produktkorridor um feste Zusatzspannen. Baustellenzugang, gewählte Lieferart, Elektrik und Entwässerung werden nur berücksichtigt, wenn sie ausdrücklich ausgewählt wurden. Anschließend kann der Nutzer eine Planungsreserve von 0 bis 25 Prozent ergänzen. Bei Bruttoanzeige verwendet der Planer den regulären Steuersatz des gewählten Preislands: 19 Prozent USt. für Deutschland, 20 Prozent USt. für Österreich und 8,1 Prozent MWST für die Schweiz. Schweizer Ergebnisse werden mit dem täglich geladenen Euro Referenzkurs der Europäischen Zentralbank in CHF umgerechnet. Ist der Kurs vorübergehend nicht erreichbar, bleibt ein gekennzeichneter Orientierungskurs aktiv. Genehmigung, individuelle Statik und weitere unbekannte Bedingungen bleiben außerhalb des ausgewiesenen Rahmens.

05 · Vereinfachtes Windmodell

Eine Größenordnung, kein Nachweis nach Eurocode

Wirksame Geschwindigkeitv = Eingabe / 3,6 · Lagefaktor
Geschwindigkeitsdruckq = ½ · 1,225 kg/m³ · v²
ReferenzkraftF = q · c · A
Modelliertes MomentM = F · modellierte Lastangriffshöhe

Die Lagefaktoren 0,85 für geschützt, 1,00 für normal und 1,15 für exponiert sind transparente Planerannahmen. Der aerodynamische Beiwert cf kann je Element geändert werden, soll aber nur aus einer belastbaren Produktunterlage, Bemessung oder Windkanaluntersuchung übernommen werden. Die Referenzfläche wird passend zur Grundform berechnet, also etwa halbiert bei einem Dreieck und mit π / 4 bei einer Ellipse. Doppel und Vierfachschirme verwenden die Summe ihrer einzelnen Dachflächen. Bei senkrechten Screens wird die Fläche mit einer vereinfachten Richtungsprojektion zwischen zehn und hundert Prozent angesetzt. Bei Schirmen liegt die Lastangriffshöhe unter der Spitze und berücksichtigt die gewählte Dachwölbung.

Eine echte Bemessung nach DIN EN 1991 1 4 und deutschem Nationalen Anhang benötigt unter anderem Windzone, Geländekategorie, Bauwerkshöhe, Böengeschwindigkeitsdruck, Druckbeiwerte, Richtungswirkung, dynamische Wirkung sowie Sicherheits und Kombinationsbeiwerte. Der Planer bildet diese Schritte nicht ab.

Historischer SaisonvergleichAnteil unter Grenzwert = Messstunden mit Böe ≤ Eingabewert / alle Messstunden mit Böenwert

Die Saisonansicht lädt die stündlichen Beobachtungen einer abgeschlossenen, frei wählbaren historischen Saison von der nächstgelegenen geeigneten DWD Station. Berücksichtigt werden nur die gewählten Öffnungszeiten. Neben dem Maximum wird das 90 Prozent Quantil gezeigt, also der Wert, den 90 Prozent der vorhandenen Böenmessungen nicht überschritten haben. Fehlende Messstunden bleiben sichtbar und werden nicht als ruhiger Wind gewertet.

Der historische Anteil unter einer eingetragenen Herstellergrenze ist keine zu erwartende Öffnungszeit und keine Freigabe. Ein einzelnes Jahr ist keine Klimanormalperiode, die Messstation liegt nicht direkt auf der Terrasse und Gebäude können Böen lokal verstärken. Für künftigen Betrieb bleiben aktuelle Bedingungen, Betriebsanleitung und Herstellerangaben entscheidend.

06 · Untergrund und lose Basis

Gewicht allein sagt nicht, was auf der Terrasse ankommt

Für einen Schirmständer werden Gewicht, Breite, Tiefe, Schirmdrehung und Windrichtung verwendet. Die wirksame Basisbreite wird aus der Projektion der rechteckigen Basis in Kraftrichtung gebildet. Die rechnerische Länge wird so bestimmt, dass die eingegebene Basisfläche erhalten bleibt. Diese Näherung gilt nicht für Bodenhülsen, Einbauanker, Masten, Pergolen, Markisen oder andere feste Verankerungen.

GewichtskraftN = Masse · 9,81 m/s²
Richtungsabhängige BreiteB = |cos β| · Breite + |sin β| · Tiefe
BasisflächeA = Breite · Tiefe    L = A / B
Ausmittee = M / N
Mittlere Pressungpₘ = N / A
Randpressungen bei e ≤ B / 6pₘₐₓ = pₘ · (1 + 6e / B)    pₘᵢₙ = pₘ · (1 − 6e / B)
Gegenmoment bis zur KippkanteMᵣ = N · B / 2

Liegt e außerhalb des mittleren Drittels B / 6, öffnet sich die Sohlfuge im vereinfachten Modell. Der Planer zeigt dann einen Stopp, statt die lineare Pressungsformel weiterzuverwenden. Ein Vergleich mit dem Untergrund erfolgt nur, wenn Sie selbst einen dokumentierten zulässigen Wert in kN/m² eintragen. Es gibt absichtlich keinen pauschalen Standardwert.

Von Hand nachrechnen

Bei 400 kg, einer Basis 1,0 × 1,0 m und M = 0,40 kNm gilt N = 3,924 kN, e = 0,102 m und B / 6 = 0,167 m. Die volle Auflage bleibt im Modell erhalten. pₘ = 3,924 kN/m², pₘₐₓ etwa 6,32 kN/m² und pₘᵢₙ etwa 1,52 kN/m². Das ist weiterhin keine Freigabe.

Betonplatte

Dicke allein genügt nicht. Bewehrung, Betongüte, Randabstand, Risse und darunterliegender Aufbau sind relevant.

Pflaster oder Platten

Lokale Pressung, Plattenbruch, Bettung und Kippen mehrerer Platten müssen betrachtet werden. Eine Platte ersetzt kein Fundament.

Holz oder WPC

Dielen dürfen nicht ohne Nachweis als Verankerungsgrund dienen. Die Last muss in die Unterkonstruktion gelangen.

Erdreich

Fundamentabmessungen hängen von Baugrund, Frost, Wasser und Zuglasten ab.

Dachterrasse

Tragwerk, Abdichtung, Auflast, Windsog, Notentwässerung und Durchdringungen sind gemeinsam zu planen.

07 · Gefälle und Entwässerung

Aus Prozent und Länge wird ein prüfbarer Höhenunterschied

Der Planer trennt die reine Geometrie vom geeigneten Aufbau. Ein häufig verwendeter Orientierungsbereich für Terrassen liegt bei etwa 1,5 bis 2 Prozent Gefälle. Das ist jedoch kein universeller Pflichtwert für jeden Belag und jede Abdichtung. Maßgeblich sind Aufbau, Belag, Abdichtung, Entwässerung, Anschlusshöhen und das anwendbare Regelwerk.

HöhenunterschiedΔh in cm = Gefälle in Prozent · Länge in m

Bei 2 Prozent Gefälle über 5 m ergibt sich ein Höhenunterschied von 10 cm. Zusätzlich muss feststehen, wohin das Wasser kontrolliert geführt wird. Die Eingabe darf nicht als Entwässerungsnachweis verstanden werden.

08 · Frostfreie Gründung

Keine pauschale Tiefe ohne örtliche Bestätigung

Für neue Betonfundamente, Bodenhülsen und Einbauanker vergleicht der Planer die geplante Gründungstiefe mit einer vom Nutzer eingetragenen, örtlich oder fachlich bestätigten frostfreien Tiefe. Er bestimmt diese Tiefe nicht selbst, weil Klima, Höhenlage, Boden, Wasserverhältnisse, Fundamentart und Systemvorgaben eine Rolle spielen.

Geometrischer Vergleichgeplante Gründungstiefe ≥ örtlich bestätigte frostfreie Tiefe

Erreicht die geplante Tiefe den eingegebenen örtlichen Vergleichswert, zeigt der Planer ausschließlich „Eingegebener Tiefenvergleich erreicht“. Dies ist keine Aussage zu Fundamentabmessungen, Baugrund, Bewehrung, Beton, Zuglasten, Randabständen oder Systemfreigabe.

09 · Profile, Membranen und Dachaufbauten

Materialstärke wird dokumentiert, nicht aus Breite und Tiefe erfunden

Der Planer kann Profilbreite, Profiltiefe, Wandstärke, Flächengewicht der Membran, Stützenabstand und einen dokumentierten Dachaufbau erfassen. Er berechnet daraus bewusst keine erforderliche Mindestdicke. Tragfähigkeit hängt zusätzlich von Werkstoff und Güte, Querschnittsform, freier Spannweite, Lagerung, Anschlüssen, Vorspannung, Wind, Schnee, Wasser und dem Verhalten des vollständigen Systems ab.

Was geometrisch berechenbar istQuerschnittsfläche, Trägheitsmoment, Widerstandsmoment, Gefälle und projizierte Fläche

Diese Kennwerte können mit vollständigen Eingaben berechnet werden. Sie bestätigen allein weder Profilwahl noch Glasaufbau, Membran, Fundament oder Verankerung.

Bei Segelmasten hängt die Wahl von Werkstoff und Querschnitt von der vollständigen dreidimensionalen Segelgeometrie und den Lasten ab. Glas und Polycarbonat benötigen zusätzlich Aufbau, Spannweite, Lagerung sowie standortbezogene Wind und Schneelasten. Deshalb markiert der Planer vergrößerte Elemente oder unvollständige dokumentierte Daten als offenen Prüfpunkt.

10 · Grill, Feuer und Heizgeräte

Überdeckung und Nähe werden als Konflikt sichtbar

Gasgrill, Holzkohlegrill, Outdoorküche, Pizzaofen, Feuerschale und Heizstrahler werden als Wärmequellen behandelt. Überschneidet ihre Grundrisskontur einen Schirm, eine Markise, ein Segel oder ein Dach, zeigt der Planer einen kritischen Hinweis. Für den vertikalen Modellabstand verwendet er beim Schirm den niedrigsten Dachrand und beim Segel den Tiefpunkt. Dokumentierte Seiten und Höhenabstände können aus der konkreten Geräteanleitung eingetragen werden, ersetzen aber weder Lüftungs noch Brandschutzprüfung.

Ein universeller Sicherheitsabstand wird nicht behauptet. Je nach Gerät, Brennstoff, Dach und örtlichen Brandschutzanforderungen können unterschiedliche Abstände oder ein völlig freier Bereich erforderlich sein. Maßgeblich bleiben immer die Anleitung des konkreten Geräts, freie Lüftung und die reale Umgebung.

11 · Schnee, Wind und Lastkombinationen

Die Maximalwerte dürfen nicht einfach addiert werden

DIN EN 1990 behandelt führende und begleitende veränderliche Einwirkungen mit Sicherheits und Kombinationsbeiwerten. Schneelasten werden nach DIN EN 1991 Teil 1 Teil 3 und Windlasten nach DIN EN 1991 Teil 1 Teil 4 bestimmt. Welche Kombination maßgebend wird, hängt von System, Standort, Dachform, Lastanordnung und Bemessungssituation ab.

Das vereinfachte Windmodell des Planers enthält weder Schneelast noch diese Bemessung. Bei Pergolen und Lamellendächern wird deshalb keine grobe Summenrechnung ausgegeben. Stattdessen verlangt die Ergebnisliste eine bestätigte Systemstatik oder Projektstatik, die Schnee, Wind und die maßgebenden Kombinationen für den Standort abdeckt.

12 · Baurecht und Grundstücksgrenze

Verfahrensfrei ist nicht dasselbe wie zulässig

Genehmigungsbedarf, Abstandsflächen und Grenzbebauung unterscheiden sich nach Bundesland, Gemeinde, Bebauungsplan, Bauart und Nutzung. Selbst die Schwellen für Terrassenüberdachungen sind nicht überall gleich ausgestaltet. Der Planer kann deshalb keine Baugenehmigung oder Rechtsprüfung erzeugen. Er fragt den Prüfstatus ab und zeigt den geometrischen Abstand einer festen Anlage zu einer als Nachbargrenze markierten Terrassenseite.

Planabstandd = kleinster Abstand der Anlagenkontur zur markierten Grenzlinie

Angezeigt wird der geometrische Planabstand zur markierten Grundstücksseite. Dieser Wert ist keine baurechtliche Abstandsfläche und enthält keine Aussage zur Zulässigkeit der Anlage.

Auch Schatten über der Nachbargrenze ist nicht automatisch rechtswidrig. Der Bundesgerichtshof ordnet den Entzug von Licht grundsätzlich nicht wie eine gewöhnliche Einwirkung nach § 906 BGB ein. Relevant bleiben jedoch insbesondere Bauordnungsrecht, landesrechtliche Grenzabstände für Pflanzen und Einfriedungen, örtliche Regeln sowie außergewöhnliche Einzelfälle. Der Planer zeigt einen möglichen Grenzübertritt des aktuellen Schattens deshalb nur als neutralen Prüfhinweis.

13 · Was immer bestätigt werden muss

Das Produkt und die konkrete Einbausituation entscheiden

  • Schirme: Herstellergrenze, zulässige Basis oder Originalanker, Schließregeln und Untergrund.
  • Markisen und Screens: Konsolen, Montagegrund, Randabstände, Befestigungsmittel, Windsensor und Herstellerklasse.
  • Pergolen, Lamellen und feste Dächer: Systemstatik, Fundamente, Wandanschluss, Dachaufbau, Entwässerung, Schnee und Windsog.
  • Sonnensegel: Vorspannung, dreidimensionale Geometrie, Anschlagpunkte, Masten, Fundamente und saisonale Demontage.
  • Grill, Feuer und Wärme: Geräteanleitung, freie Lüftung, Brandabstand, Untergrund, Brennstoff und zulässige Überdeckung.
Wichtig

Die Normen sind Quellen für die Anforderungen an eine fachgerechte Bemessung. Sie werden vom Terrassenplaner nicht vollständig umgesetzt. Verlassen Sie sich für Sicherheit, Befestigung und Betrieb immer auf den Produkthersteller und eine geeignete Fachperson, die die reale Situation prüft.